{"id":2158,"date":"2025-10-02T12:39:15","date_gmt":"2025-10-02T12:39:15","guid":{"rendered":"https:\/\/annatanner.ch\/?p=2158"},"modified":"2025-10-02T12:39:15","modified_gmt":"2025-10-02T12:39:15","slug":"wir-spueren-die-konflikte-derwelt-in-den-klassenzimmern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/annatanner.ch\/fr\/wir-spueren-die-konflikte-derwelt-in-den-klassenzimmern\/","title":{"rendered":"Wir sp\u00fcren die Konflikte der Welt in den Klassenzimmern"},"content":{"rendered":"<h1 class=\"wp-block-heading\">Wir sp\u00fcren die Konflikte der Welt in den Klassenzimmern<br><\/h1>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Zum Schulstart spricht die Bieler SP-Gemeinder\u00e4tin Anna Tanner \u00fcber die Entwicklungen und Herausforderungen in den st\u00e4dtischen Schulzimmern. Und die Bildungsdirektorin sagt, weshalb sie gegen ein rigoroses Handyverbot ist.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"682\" src=\"https:\/\/annatanner.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/1_stories_anna-tanner-\u00a9Matthias-Kaser-1024x682.jpg\" alt=\"anna taner\" class=\"wp-image-2161\" srcset=\"https:\/\/annatanner.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/1_stories_anna-tanner-\u00a9Matthias-Kaser-1024x682.jpg 1024w, https:\/\/annatanner.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/1_stories_anna-tanner-\u00a9Matthias-Kaser-300x200.jpg 300w, https:\/\/annatanner.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/1_stories_anna-tanner-\u00a9Matthias-Kaser-768x512.jpg 768w, https:\/\/annatanner.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/1_stories_anna-tanner-\u00a9Matthias-Kaser-18x12.jpg 18w, https:\/\/annatanner.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/1_stories_anna-tanner-\u00a9Matthias-Kaser-1080x720.jpg 1080w, https:\/\/annatanner.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/1_stories_anna-tanner-\u00a9Matthias-Kaser-980x653.jpg 980w, https:\/\/annatanner.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/1_stories_anna-tanner-\u00a9Matthias-Kaser-480x320.jpg 480w, https:\/\/annatanner.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/1_stories_anna-tanner-\u00a9Matthias-Kaser.jpg 1280w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Anna Tanner wurde letzten Herbst in den Gemeinderat gew\u00e4hlt. Nun ist sie zust\u00e4ndig f\u00fcr Bildung,<br>Kultur und Sport. Bild: Matthias K\u00e4ser<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left wp-block-paragraph\"><strong>Anna Tanner, wie zahlreiche Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler der Stadt, hatten auch Sie diese Woche Ihren ersten Schultag als neue Bildungsdirektorin. Woran machen Sie fest, ob dieser Start erfolgreich war?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left wp-block-paragraph\">Anna Tanner: Das ist nicht einfach zu beantworten, weil das Schuljahr ja gerade erst begonnen hat. Es ist sicher positiv, dass wir vor einer Woche mitteilen konnten, dass wir die Schulsozialarbeit ausbauen. Bereits im Fr\u00fchling haben wir mitgeteilt, dass wir die Tagesschulen st\u00e4rken. Die schulerg\u00e4nzende Betreuung hat sich also verbessert. Es gibt sicher immer noch etwas zu optimieren, wir sind nie am Ziel. Doch den ersten Schultag konnten wir in allen Schulen gut beginnen, es war alles bereit. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Der Lehrermangel hat sich entsch\u00e4rft, f\u00fcr alle Bieler Kindergarten\u2011 und Schulklassen wurden gen\u00fcgend Lehrpersonen gefunden. Die Herausforderungen liegen woanders. Wo genau?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die gesellschaftlichen Entwick- lungen und Problematiken spiegeln sind in den Bieler Schulen wider. Wir sehen vieles. Zu den Herausforderungen geh\u00f6rt der Zugang zu den sozialen Medien, der Handykonsum.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>\u00dcber den Handykonsum an den Schulen war in letzter Zeit viel zu lesen. Ist das bereits in der Unterstufe ein Thema? <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ja, das beginnt schon in den unteren Klassen. Ich verstehe, dass viele Eltern daheim das Handy als Mittel sehen, um ihr Kind abzulenken. Etwa, wenn sie etwas erledigen m\u00fcssen. Einmal f\u00fcr zehn Minuten ist das kein Problem. Wenn es sich aber h\u00e4uft und zum Erziehungsmittel wird, dann schon.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Und das sp\u00fcren dann die Bieler Schulen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ja, Lehrerinnen und Lehrer merken, dass die Aufmerksamkeitsspanne der Kinder abnimmt. Und man sp\u00fcrt, dass das Handy in der Schule omnipr\u00e4sent ist. Die Kinder m\u00fcssen lernen, mit den Inhalten umzugehen, weil der Zugang zu verschiedenen Themen so niederschwellig ist. Ich denke da an Gewalt. Sei es sexualisierte Gewalt oder toxische Gender-Stereotypen. Auch die Weltlage mit verschiedenen Kriegen schwappt in die Bieler Klassenzimmer herein. Konflikte zwischen Ukraine\/Russland oder Gaza\/Israel sind da und m\u00fcssen aufgearbeitet werden. Gerade, weil bei einigen Kindern die Identifikation mit dem einen oder anderen Land stark ist und sie stark involviert sind in diese Fragestellungen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Kommt eine Schule denn \u00fcberhaupt an Kinder heran, die von zu Hause gepr\u00e4gt sind?<\/strong> <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich denke, die Schule und die Tagesschule sind die T\u00fcr dazu. Nirgendwo sonst sind wir diesen Kindern und Jugendlichen so nahe. Auch die Quartierarbeit oder eine Beratungsstelle nehmen solche Funktionen wahr. Da kann ebenfalls ein Vertrauensverh\u00e4ltnis geschaffen werden. Es ist ganz wichtig, um eine zus\u00e4tzliche Instanz zu haben. Um Themen, die zu Hause aufkommen, aus einem anderen Blickwinkel zu sehen. Herausfordernd sind auch famili\u00e4re Schwierigkeiten oder Mobbing. Wobei das nichts Neues ist. Das gab es schon fr\u00fcher. Oft hilft es, Fragen zu stellen: Was m\u00fcsste sich \u00e4ndern, damit dein Lernumfeld besser w\u00e4re? Was kannst du selbst machen? Wo brauchst du Hilfe?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Zur\u00fcck zum Handy im Klassenzimmer: Eine Meinung zu einem Verbot scheint parteiunabh\u00e4ngig zu sein. Was halten Sie pers\u00f6nlich davon?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich bin gegen ein generelles Handyverbot. Ich finde, Kinder sollten den Umgang mit einem Handy lernen. Es sollte nicht reine Repression angewendet werden. Viele Lehrpersonen machen es bereits so, dass die Kinder das Handy vor dem Unterricht in ein K\u00f6rbli legen m\u00fcssen. <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>\u00abIch bin gegen ein generelles Handyverbot an Schulen.\u00bb<\/strong><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach dem Unterricht holen sie es wieder ab. In der Pause d\u00fcrfen sie es haben. Ich finde, es sollte je nach Klasse so oder so gehandhabt werden. Wenn das Handy in einer Klasse kein Thema ist, k\u00f6nnen die Verantwortlichen liberaler sein. Viele Eltern wollen \u00fcbers Handy Kontakt mit ihren Kindern halten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Schwere Gewaltdelikte nehmen laut Statistik schweizweit zu. Wie sieht es mit Gewalt an den Bieler Schulen aus? <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Gewaltstatistik ist steigend, ja. Die Frage ist hier aber, ob das tats\u00e4chlich eine gesellschaftliche Entwicklung ist oder ob mehr F\u00e4lle gemeldet werden, weil mehr dar\u00fcber gesprochen wird. Das ist auch bei der h\u00e4uslichen Gewalt die Frage.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Bei diesem Thema m\u00fcssen die Schulen genau hinschauen? <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auf jeden Fall. Unsere Gesellschaft ist sehr gewaltbelastet. Es gibt Gewalt im \u00f6ffentlichen Raum, es gibt Gewalt in den eige- nen vier W\u00e4nden und eben auch in der Schule \u2013 sei es k\u00f6rperliche, emotionale oder sexualisierte Gewalt. All diese Formen m\u00fcssen wir behandeln, wenn sie da sind. Auch Pr\u00e4vention ist wichtig. Wenn es zus\u00e4tzliche Massnahmen braucht, arbeiten wir oft mit dem Kinderschutz zusammen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Ist die Stadt bereiter f\u00fcr solche Herausforderungen als noch vor ein paar Jahren? Es ist viel von Spezialprojekten zu h\u00f6ren. Letzten Fr\u00fchling startete die Stadt ein Pilotprojekt, bei dem schwierige Sch\u00fcler aus verschiedenen Klassen einmal pro Woche zusammen in den Wald gehen. L\u00e4uft das noch? <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ja, und es hat Erfolg, wir f\u00fchren es weiter. Alle diese Pr\u00e4ventivprojekte und Sondersettings entwickeln sich ja auch, es gibt neue Erkenntnisse. Wir m\u00fcssen uns jeweils an neue Entwicklungen und aktuelle gesellschaftliche Strukturen anpassen. Bei der Schulsozialarbeit gab es gerade den erw\u00e4hnten Ausbau. Erst vor ein paar Jahren wurde diese \u00fcberhaupt eingef\u00fchrt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Wie gehen die Schulen mit schwierigen Kindern um? Fr\u00fcher besuchten sie eine Klein\u2011 oder Sonderklasse. Doch diese Spezialklassen wurden abgeschafft. <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn heute ein Kind auffallend ist, gibt es eine Abkl\u00e4rung. Wenn n\u00f6tig, gibt es vom Kanton Geld, um diese Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler in einem speziellen Programm zu unterrichten, etwa durch einen Sonderp\u00e4dagogen. Das geschieht aber in einer Re- gelklasse.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Funktioniert das gut, wenn alle in einer Klasse integriert werden?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es gibt sicher Argumente daf\u00fcr und dagegen. Vor Kurzem war ich an einer Tagung von Bildungsdirektoren aus verschiedenen Kantonen. Es ging genau darum: Was funktioniert, was funktioniert nicht? Es gibt Untersuchungen, die zeigen, dass diese Sch\u00fcler das Lernniveau der anderen nicht beeintr\u00e4chtigen. Es kann aber sein, dass sich die Kinder mit einem speziellen Bedarf emotional nicht integriert f\u00fchlen. Sie merken st\u00e4rker, dass sie anders sind. Damit umzugehen, ist eine grosse Herausforderung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Wenn sehr viele Sch\u00fcler eine spezielle Unterst\u00fctzung brauchen, leiden da nicht diejenigen in einer Klasse, die nicht darauf angewiesen sind?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das ist sicher individuell. Es gibt Kinder, die dank des diversen Umfelds hohe Sozialkompetenzen entwickeln. Sie erhalten ein Verst\u00e4ndnis f\u00fcr andere Lebenslagen, was sehr wichtig ist. Andere Kinder m\u00fcssen damit umgehen, dass es nicht immer f\u00fcr alle die genau gleiche Aufmerksam- keit gibt. Es gibt aber auch F\u00f6rderprogramme f\u00fcr besondere Talente: etwa das Sport- und Kulturstudium ab der Oberstufe.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Ein anderes Thema, \u00fcber das man viel liest, ist der Schulabsentismus. Kommt das in Biel vor? <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das betrifft sicher jede Schule. Biel ist da nicht ausgenommen. Doch es kommt nicht \u00f6fter vor als in anderen Schulen. Gr\u00fcn- de k\u00f6nnen sein, dass es jemandem schlecht geht, auch famili\u00e4re oder Schulprobleme sind m\u00f6gliche Erkl\u00e4rungen, ebenso psychische Auff\u00e4lligkeiten, die sich entwickeln. Auch nach diesen Sommerferien blieben Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler der Schule in Biel fern. In den meisten F\u00e4llen waren die Absenzen begr\u00fcndet \u2013 beispielsweise aufgrund einer Krankheit.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Wie geht die Schule mit Schulabsentismus um? <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Indem wir das Gespr\u00e4ch suchen, versuchen herauszufinden, weshalb das so ist. Das Kind soll dazu gebracht werden, wieder regelm\u00e4ssig in die Schule zu kommen. Da gibt es verschiedene M\u00f6glichkeiten. Je fr\u00fcher interveniert wird, desto besser.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left wp-block-paragraph\"><strong>Aktuell sind auch sichere Schulwege. Wie weit ist die Stadt damit? Tempo 50 direkt vor einer Schule, oder 30 vor einem Kindergarten sind doch zu viel. <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left wp-block-paragraph\">Das finde ich auch. Doch wir sind noch nicht vor jeder Schule so weit, wie wir sein m\u00f6chten, doch wir sind dran. Es geh\u00f6rt zu unseren Legislaturzielen, die Schulwege sicher zu machen. Begegnungszonen direkt vor Schulen f\u00e4nde ich ideal, um eine hohe Sicherheit zu garantieren. Es geht immer auch um Interessenkonflikte: Wir m\u00fcssen immer mit dem Quartier schauen, was m\u00f6glich ist.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"682\" src=\"https:\/\/annatanner.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/3_stories_anna-tanner-\u00a9Matthias-Kaser.jpg-1024x682.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2170\" srcset=\"https:\/\/annatanner.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/3_stories_anna-tanner-\u00a9Matthias-Kaser.jpg-1024x682.jpg 1024w, https:\/\/annatanner.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/3_stories_anna-tanner-\u00a9Matthias-Kaser.jpg-300x200.jpg 300w, https:\/\/annatanner.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/3_stories_anna-tanner-\u00a9Matthias-Kaser.jpg-768x512.jpg 768w, https:\/\/annatanner.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/3_stories_anna-tanner-\u00a9Matthias-Kaser.jpg-18x12.jpg 18w, https:\/\/annatanner.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/3_stories_anna-tanner-\u00a9Matthias-Kaser.jpg-1080x720.jpg 1080w, https:\/\/annatanner.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/3_stories_anna-tanner-\u00a9Matthias-Kaser.jpg-980x653.jpg 980w, https:\/\/annatanner.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/3_stories_anna-tanner-\u00a9Matthias-Kaser.jpg-480x320.jpg 480w, https:\/\/annatanner.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/3_stories_anna-tanner-\u00a9Matthias-Kaser.jpg.jpg 1280w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">\u00abIn den Bieler Schulen trifft man nicht einfach auf 08\/15-Geschichten\u00bb: Anna Tanner (rechts) im Gespr\u00e4ch mit BT-Redaktorin Deborah Balmer. Quelle: Matthias K\u00e4ser<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>\u00abWenn heute ein Kind auffallend ist, gibt es eine Abkl\u00e4rung.\u00bb<\/strong><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left wp-block-paragraph\"><strong>Der Z\u00fcrcher FDP\u2011Stadtrat Filippo Leutenegger liess in der Stadt Z\u00fcrich vor einigen Schulh\u00e4usern Poller einbauen, weil Eltern immer wieder mit dem Auto vorfuhren. <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left wp-block-paragraph\">Das wusste ich nicht. Diese Idee schreibe ich mir auf, Moment. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left wp-block-paragraph\"><strong>Der Stadt geht es finanziell schlecht. Ist das etwas, was sich auch auf die Schulen auswirkt? <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left wp-block-paragraph\">Ja, auf jeden Fall auf die Infrastruktur. Neben den vielen Schulgeb\u00e4uden, die einer dringenden Sanierung bed\u00fcrfen, w\u00fcrden wir eigentlich gerne noch mehr Schulsozialarbeit anbieten. Es gibt aber auf kantonaler Ebene Vorst\u00f6sse, damit das m\u00f6glich wird. Es geht immer darum, dass sich Lehrpersonen auf ihre Aufgaben konzentrieren k\u00f6nnen. Der Schulalltag muss gew\u00e4hrleistet sind. Das ist in den Bieler Schulen sicher der Fall, aber es ist eine riesige Arbeit.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left wp-block-paragraph\"><strong>Vor einigen Jahren zogen Familien noch aus der Stadt weg, wenn ihre Kinder in die Schule kamen. Da hat sich etwas ge- \u00e4ndert.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left wp-block-paragraph\">Ich denke, dass sich die gesellschaftliche Struktur in Biel ver\u00e4ndert hat. Biel wirkt grossst\u00e4dtisch, hier ist die ganze Welt auf kleinem Raum vereint. Viele m\u00f6gen das, sie geben sich im Quartier ein und da geh\u00f6rt die Schule einfach dazu. Nicht zuletzt gibt es in Biel sehr viele Freizeitangebote, was f\u00fcr Familien attraktiv ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Ein besonders beliebtes Schulangebot ist die zweisprachige Schule Fili\u00e8re Bilingue, kurz Fibi. Die Wartelisten sind lang, deshalb soll das Angebot ausgebaut werden. Gibt es hier Neuigkeiten? <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der politische Entscheid im Gesamtgemeinderat gilt f\u00fcr die laufende Periode der Fibi. Wie es danach weitergeht, ist offen, denn daf\u00fcr braucht es ein konkretes Projekt. Und dieser Entscheid ist im Gemeinderat noch nicht gef\u00e4llt worden, das Dossier noch nicht bereit. Die Chancen, dass Fili\u00e8re Bilingue ausgebaut wird, sind intakt. Wir haben vom Kanton sehr positive R\u00fcckmeldungen erhalten, er findet das Projekt gut und will es weiterhin unterst\u00fctzen. Auch vonseiten der Schulen gibt es positive Signale. Es ist f\u00fcr mich eine Idealvorstellung, wenn wir dem Bedarf gerecht werden und die Schule in verschiedenen Quartieren anbieten k\u00f6nnten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Die Stadt wirbt ja damit, eine attraktive Arbeitgeberin zu sein. Weshalb ist es f\u00fcr Lehrpersonen reizvoller, in Biel zu arbeiten als in einem kleinen Seel\u00e4nder Dorf? <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sehr attraktiv ist sicher der Bilinguismus. Es ist spannend, in einem zweisprachigen Umfeld zu unterrichten. Daneben ist Biel einfach eine spannende Stadt, mit einer spannenden Bev\u00f6lkerungszusammensetzung. In der Schule trifft man also nicht einfach auf 08\/15-Geschichten. Lehrpersonen haben mit Menschen aus den verschiedensten Teilen der Welt zu tun, sind kon- frontiert mit verschiedenen Sprachen, mit verschiedenen menschlichen Schicksalen und Geschichten. Mit Menschen, die im Leben mehr Herausforderungen hatten als andere. Das macht es vielf\u00e4ltig. Doch Lehrerinnen und Lehrer m\u00fcssen das wollen und sich darauf einlassen k\u00f6nnen. Wer Biel gern hat, der f\u00fchlt sich auch als Lehrperson in diesem Umfeld wohl. Die Anstellungsbedingungen sind vom Kanton vorgegeben. Etwa, was L\u00f6hne oder die Anzahl Ferienwochen angeht. Die Bieler Schulleitungen sind aber bem\u00fcht, auf die Bed\u00fcrfnisse einzugehen. Sei es f\u00fcr eine Elternzeit oder eine Auszeit.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Wie wird dem Stress der Lehrer entgegengewirkt? <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das geschieht in den Schulenselbst. Die gr\u00f6sste Verantwortung tragen die Schulleitungen, diese sind intensiv in den Ge- spr\u00e4chen mit den Lehrerinnen und Lehrern. Auf Niveau Direktion finde ich Wertsch\u00e4tzung und ein offenes Ohr sehr wichtig. Ich war ein paar Mal bei den Schulleitungssitzungen dabei. Dort wird mir zur\u00fcckgemeldet, wie es l\u00e4uft, was es braucht, wo der Schuh dr\u00fcckt. Dieser Austausch und das Echo sind mir wichtig. Mit gewissen Schulen habe ich mehr Kontakt, vielleicht, weil dort ein Bauprojekt l\u00e4uft \u2013 etwa im Schulhaus Platanes. Dort will ich wissen, was die Bed\u00fcrfnisse der Lehrpersonen sind: Etwa, was den Schulraum und die Umgebung angeht.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>\u00abBiel ist einfach eine spannende Stadt.\u00bb<\/strong><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Sie sind also nah dran.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ja. K\u00fcrzlich waren wir in einer Klasse, haben einen Teil des Unterrichts mitgemacht. Das war sehr spannend. Ich versuche auch bei Veranstaltungen f\u00fcr Lehrpersonen dabei zu sein. Vor den Ferien war ich in einem Theaterst\u00fcck der Rittermatte zum Thema Mobbing. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Was sind Ihre politischen Priorit\u00e4ten der n\u00e4chsten Jahre? <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Meine Hauptthemen sind die Fibi und der Ausbau der Schulsozialarbeit. Das alles braucht aber viel Arbeit und viel Zeit.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Zur Person<\/h2>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Anna Tanner hat Jahrgang 1989.<\/li>\n\n\n\n<li>2024 wurde sie in den Bieler Gemeinderat gew\u00e4hlt. Seit dem 1. Januar 2025 ist sie f\u00fcr die Direkti- on Bildung-, Kultur- und Sport ver- antwortlich. <\/li>\n\n\n\n<li>Vor ihrer Wahl war sie Co-Pr\u00e4- sidentin der SP Kanton Bern und Pr\u00e4sidentin der Gesch\u00e4ftspr\u00fc- fungskommission im Bieler Stadt- rat. <\/li>\n\n\n\n<li>Sie hat einen Masterabschluss in Sozialer Arbeit. <\/li>\n\n\n\n<li>Sie arbeitete in der Opferhilfe im Frauenhaus Bern. (bal)<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"682\" src=\"https:\/\/annatanner.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/2_stories_anna-tanner-\u00a9Matthias-Kaser.jpg-1024x682.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2168\" srcset=\"https:\/\/annatanner.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/2_stories_anna-tanner-\u00a9Matthias-Kaser.jpg-1024x682.jpg 1024w, https:\/\/annatanner.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/2_stories_anna-tanner-\u00a9Matthias-Kaser.jpg-300x200.jpg 300w, https:\/\/annatanner.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/2_stories_anna-tanner-\u00a9Matthias-Kaser.jpg-768x512.jpg 768w, https:\/\/annatanner.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/2_stories_anna-tanner-\u00a9Matthias-Kaser.jpg-18x12.jpg 18w, https:\/\/annatanner.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/2_stories_anna-tanner-\u00a9Matthias-Kaser.jpg-1080x720.jpg 1080w, https:\/\/annatanner.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/2_stories_anna-tanner-\u00a9Matthias-Kaser.jpg-980x653.jpg 980w, https:\/\/annatanner.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/2_stories_anna-tanner-\u00a9Matthias-Kaser.jpg-480x320.jpg 480w, https:\/\/annatanner.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/2_stories_anna-tanner-\u00a9Matthias-Kaser.jpg.jpg 1280w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Anna Tanners Steckenpferde sind die Schulsozialarbeit und die zweisprachige Schule Fili\u00e8re Bilingue. Bild: Matthias K\u00e4ser<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">23.08.2025 \u2013 <em>Ajour.ch:<\/em> Wir sp\u00fcren die Konflikte der Welt in den Klassenzimmern<em>, <\/em><strong><em>Deborah Balmer<\/em><\/strong><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir sp\u00fcren die Konflikte der Welt in den Klassenzimmern Zum Schulstart spricht die Bieler SP-Gemeinder\u00e4tin Anna Tanner \u00fcber die Entwicklungen und Herausforderungen in den st\u00e4dtischen Schulzimmern. Und die Bildungsdirektorin sagt, weshalb sie gegen ein rigoroses Handyverbot ist. 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