{"id":348,"date":"2023-06-08T14:44:50","date_gmt":"2023-06-08T14:44:50","guid":{"rendered":"https:\/\/annatanner.ch\/?p=348"},"modified":"2025-04-14T07:57:16","modified_gmt":"2025-04-14T07:57:16","slug":"gleichstellung-gewaltpravention","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/annatanner.ch\/fr\/gleichstellung-gewaltpravention\/","title":{"rendered":"Anna Tanner zum feministischen Streik: \u00abGleichstellung ist auch Gewaltpr\u00e4vention\u00bb"},"content":{"rendered":"<h1 class=\"wp-block-heading\">Anna Tanner zum feministischen Streik: \u00abGleichstellung ist auch Gewaltpr\u00e4vention\u00bb<\/h1>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Am 14. Juni ist feministischer Streiktag. Im Interview erkl\u00e4rt Anna Tanner (SP), warum die Gleichstellung noch lange nicht erreicht ist. Und \u00fcbt auch Kritik an der Stadt Biel.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"566\" src=\"https:\/\/annatanner.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/Anna-Tanner-zum-feministischen-Streik-Gleichstellung-ist-auch-Gewaltpravention-1024x566.jpg\" alt=\"Anna Tanner vor grauer Betonwand, die Hand zur Faust geballt mit violettem Poster des Frauenstreiks vom 14. Juni\" class=\"wp-image-351\" srcset=\"https:\/\/annatanner.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/Anna-Tanner-zum-feministischen-Streik-Gleichstellung-ist-auch-Gewaltpravention-1024x566.jpg 1024w, https:\/\/annatanner.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/Anna-Tanner-zum-feministischen-Streik-Gleichstellung-ist-auch-Gewaltpravention-980x541.jpg 980w, https:\/\/annatanner.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/Anna-Tanner-zum-feministischen-Streik-Gleichstellung-ist-auch-Gewaltpravention-480x265.jpg 480w\" sizes=\"(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) and (max-width: 980px) 980px, (min-width: 981px) 1024px, 100vw\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>\u00abEs sind immer noch viel zu viele Frauen von h\u00e4uslicher Gewalt betroffen\u00bb: Anna Tanner, SP-Stadtr\u00e4tin.<\/em> <em>Quelle: psj\/a<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Anna Tanner, Sie rufen am 14. Juni in Biel zum Frauenstreik auf. Braucht es den feministischen Streik denn \u00fcberhaupt noch?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&nbsp;Anna Tanner: Ja, den braucht es noch. Die Gleichstellung der Geschlechter ist noch lange nicht erreicht. Alles, was wir am grossen Frauenstreiktag 2019 thematisiert haben, ist heute noch aktuell. Zwischen Frauen und M\u00e4nnern herrscht immer noch keine Lohngleichheit. Der Grossteil der unbezahlten Sorgearbeit wird immer noch von Frauen geleistet. Und es sind immer noch viel zu viele Frauen von h\u00e4uslicher Gewalt betroffen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Wo sehen Sie das Hauptproblem f\u00fcr diesen Stillstand?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In der sozialen Wahrnehmung. Einerseits ist der \u00d6ffentlichkeit noch zu wenig bewusst, dass Frauen und M\u00e4nner tats\u00e4chlich ungleich behandelt werden. Anderseits werden wir im Alltag immer wieder neu mit den traditionellen Geschlechterrollen konfrontiert.&nbsp;Das Bewusstsein f\u00fcr queere Themen ist nicht vorhanden. Vor allem die Werbung bedient sich gerne bei Stereotypen wie der Hausfrau, der&nbsp;Frau als Sexsymbol&nbsp;oder dem starken Mann. Beide Umst\u00e4nde bremsen den Fortschritt der Gleichberechtigung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Kann ein Frauenstreik da \u00fcberhaupt etwas ausrichten?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ja, nat\u00fcrlich. Weil der Frauenstreik die Leute dazu bewegt, dar\u00fcber zu reden. Nur wenn diese Themen immer wieder in der \u00d6ffentlichkeit thematisiert und diskutiert werden, kann ein Bewusstsein daf\u00fcr geschaffen werden, dass die in den Medien gezeigten Geschlechter-Stereotypen nicht der Realit\u00e4t entsprechen und der Gleichberechtigung schaden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Im Aufruf zum feministischen Streik des Bieler Organisationskomitees werden viele Forderungen gestellt \u2013 welche sind am dringlichsten?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was als dringlich empfunden wird, ist oft sehr pers\u00f6nlich. F\u00fcr den diesj\u00e4hrigen 14. Juni ist es aus Sicht der Gewerkschaften die Gleichstellung am Arbeitsplatz. Es geht da nicht nur um Lohngleichheit. Der Arbeitsplatz ist ein Ort, an dem man viele Probleme der Gleichberechtigung antrifft. Von der angemessenen Vertretung von Frauen in Kaderpositionen und Verwaltungsr\u00e4ten bis zum Mangel an Teilzeitstellen. Leider auch Bel\u00e4stigung und sexualisierte Gewalt. Gleichstellung ist auch Gewaltpr\u00e4vention.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Gerade diese Themen werden bereits seit Jahrzehnten thematisiert, ohne dass sich etwas ver\u00e4ndern w\u00fcrde\u2026<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Stimmt. Aber das war auch beim Frauenstimmrecht und anderen sozialen Errungenschaften so. Soziale Anliegen m\u00fcssen lange thematisiert und diskutiert werden, bis sich das gesellschaftliche Bewusstsein so weit ver\u00e4ndert hat, dass sie mit einer gewissen Selbstverst\u00e4ndlichkeit wahrgenommen und akzeptiert werden. Erst dann ist die Gesellschaft bereit f\u00fcr nachhaltige Ver\u00e4nderungen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>In der Schweizer Politik hat es so viele Frauen wie noch nie. Trotzdem geht es mit der Gleichberechtigung nur schleichend voran \u2013 machen Ihre Kolleginnen einen schlechten Job?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">(Lacht) Nein, so w\u00fcrde ich das wirklich nicht sagen. Politische Prozesse sind langsam. Trotzdem konnte auf nationaler Ebene bereits eine Ver\u00e4nderung des Sexualstrafrechtes erreicht werden \u2013 gegen massiven b\u00fcrgerlichen Widerstand. Auf kantonaler Ebene konnte das Gesetz f\u00fcr die Opferhilfe beeinflusst werden. Solche Erfolge sind nur m\u00f6glich, weil der Frauenanteil in der Politik gewachsen ist und viele Politikerinnen bei Frauenfragen partei\u00fcbergreifend am selben Strick ziehen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Dann sehen Sie also auch positive Entwicklungen in Sachen Gleichberechtigung?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ja, aber nicht genug. Wir haben nach wie vor eine unbefriedigende Regelung f\u00fcr die Frauenrenten, viele Erwerbseinkommen reichen nicht zum Leben und wir haben immer noch keine Elternzeit.&nbsp;Ein R\u00fcckschritt ist auch, dass der Stadtrat nicht einen Bruchteil der Forderungen erf\u00fcllt hat, die beim Frauenstreik 2019 eingereicht wurden. Nicht einmal eine Fachstelle f\u00fcr Gleichstellungsfragen, wie sie in anderen St\u00e4dten \u00fcblich ist, hat die Stadt Biel geschaffen. Darum ist es umso wichtiger, dass wir dranbleiben und unsere Forderungen mit der Unterst\u00fctzung der Bielerinnen und Bieler an diesem Frauenstreiktag noch einmal stellen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Ist das Interesse der Bieler Bev\u00f6lkerung am Frauenstreiktag seit 2019 nicht etwas erlahmt?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das glaube ich nicht. Dass der Frauenstreiktag in den letzten Jahren in Biel nicht so pr\u00e4sent war, hat eher organisatorische Gr\u00fcnde. F\u00fcr eine so grosse Veranstaltung muss man die n\u00f6tigen Ressourcen haben \u2013 finanziell und personell. Der Arbeitsaufwand f\u00fcr eine so grosse Veranstaltung ist riesig. Und die Mitglieder des Organisationskomitees und ihre Helferinnen und Helfer arbeiten alle auf ehrenamtlicher Basis. Das zehrt an den Kr\u00e4ften. Zudem wurde viel Energie in kleinere Projekte gesteckt, die wichtig sind, jedoch weniger \u00f6ffentlichkeitswirksam waren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Das Bieler Komitee Frauenstreik, das der Veranstaltung bisher vorstand, hat sich ja deswegen im Januar aufgel\u00f6st. Wie ist es Ihnen trotzdem gelungen, den Frauenstreiktag vom 14. Juni zu organisieren?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Viele&nbsp;Organisationen, die bereits 2019 beteiligt waren, sind auch in diesem Jahr wieder dabei. Darunter die Unia Biel Seeland,&nbsp;der Frauenplatz&nbsp;und der Personalverband der Stadt Biel, aber auch viele der kleineren Gruppierungen wie zum Beispiel das \u00f6kofeministische Kollektiv La Bise, Cabbac oder das Amicale. Eine so lose Gruppierung von Organisationen unterschiedlichster Richtungen zu koordinieren, war nicht ganz einfach. Aber die Solidarit\u00e4t und das enorme Engagement aller Beteiligten erleben zu d\u00fcrfen \u2013 das war einfach nur sch\u00f6n.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Was erhoffen Sie sich vom diesj\u00e4hrigen Frauenstreiktag?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir wissen, dass viele Menschen, Frauen wie M\u00e4nner, mit der aktuellen Situation nicht zufrieden und bereit sind, sich f\u00fcr eine Ver\u00e4nderung zu einzusetzen. Am 14. Juni haben sie die Gelegenheit dazu. Gemeinsam k\u00f6nnen wir Pr\u00e4senz zeigen, der Politik und der Justiz in Erinnerung rufen, was es zu verbessern gibt, und die \u00d6ffentlichkeit f\u00fcr unsere Anliegen sensibilisieren. Wer sich durch unsere Botschaften angesprochen f\u00fchlt, soll zum feministischen Streik ab dem Mittag auf dem Zentralplatz kommen und sich uns anschliessen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized is-style-default\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/annatanner.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/Anna-Tanner-zum-feministischen-Streik-Gleichstellung-ist-auch-Gewaltpravention_2-682x1024.jpg\" alt=\"Anna Tanner vor grauer Betonwand mit entschlossenem Blick\" class=\"wp-image-350\" width=\"376\" height=\"565\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>\u00abEin R\u00fcckschritt ist auch, dass der Stadtrat nicht einen Bruchteil der Forderungen erf\u00fcllt hat, die beim Frauenstreik 2019 eingereicht wurden.\u00bb<\/em> <em>Quelle: psj\/a<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">08.06.2023 \u2013 Ajour.ch, Anna Tanner zum feministischen Streik: \u00abGleichstellung ist auch Gewaltpr\u00e4vention\u00bb <strong>Natalie R\u00fcfenacht<\/strong><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Anna Tanner zum feministischen Streik: \u00abGleichstellung ist auch Gewaltpr\u00e4vention\u00bb Am 14. Juni ist feministischer Streiktag. Im Interview erkl\u00e4rt Anna Tanner (SP), warum die Gleichstellung noch lange nicht erreicht ist. Und \u00fcbt auch Kritik an der Stadt Biel. \u00abEs sind immer noch viel zu viele Frauen von h\u00e4uslicher Gewalt betroffen\u00bb: Anna Tanner, SP-Stadtr\u00e4tin. Quelle: psj\/a Anna [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":351,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_et_pb_use_builder":"off","_et_pb_old_content":"<!-- wp:heading -->\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Anna Tanner zum feministischen Streik: \u00abGleichstellung ist auch Gewaltpr\u00e4vention\u00bb<\/h2>\n<!-- \/wp:heading -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p><strong>Am 14. Juni ist feministischer Streiktag. Im Interview erkl\u00e4rt Anna Tanner (SP), warum die Gleichstellung noch lange nicht erreicht ist. Und \u00fcbt auch Kritik an der Stadt Biel.<\/strong><\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:image {\"id\":351,\"sizeSlug\":\"large\",\"linkDestination\":\"none\"} -->\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img src=\"https:\/\/annatanner.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/Anna-Tanner-zum-feministischen-Streik-Gleichstellung-ist-auch-Gewaltpravention-1024x566.jpg\" alt=\"Anna Tanner vor grauer Betonwand, die Hand zur Faust geballt mit violettem Poster des Frauenstreiks vom 14. Juni\" class=\"wp-image-351\"\/><\/figure>\n<!-- \/wp:image -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p><strong>Anna Tanner, Sie rufen am 14. Juni in Biel zum Frauenstreik auf. Braucht es den feministischen Streik denn \u00fcberhaupt noch?<\/strong><\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p>&nbsp;Anna Tanner: Ja, den braucht es noch. Die Gleichstellung der Geschlechter ist noch lange nicht erreicht. Alles, was wir am grossen Frauenstreiktag 2019 thematisiert haben, ist heute noch aktuell. Zwischen Frauen und M\u00e4nnern herrscht immer noch keine Lohngleichheit. Der Grossteil der unbezahlten Sorgearbeit wird immer noch von Frauen geleistet. Und es sind immer noch viel zu viele Frauen von h\u00e4uslicher Gewalt betroffen.<\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p><strong>Wo sehen Sie das Hauptproblem f\u00fcr diesen Stillstand?<\/strong><\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p>In der sozialen Wahrnehmung. Einerseits ist der \u00d6ffentlichkeit noch zu wenig bewusst, dass Frauen und M\u00e4nner tats\u00e4chlich ungleich behandelt werden. Anderseits werden wir im Alltag immer wieder neu mit den traditionellen Geschlechterrollen konfrontiert.&nbsp;Das Bewusstsein f\u00fcr queere Themen ist nicht vorhanden. Vor allem die Werbung bedient sich gerne bei Stereotypen wie der Hausfrau, der&nbsp;Frau als Sexsymbol&nbsp;oder dem starken Mann. Beide Umst\u00e4nde bremsen den Fortschritt der Gleichberechtigung.<\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p><strong>Kann ein Frauenstreik da \u00fcberhaupt etwas ausrichten?<\/strong><\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p>Ja, nat\u00fcrlich. Weil der Frauenstreik die Leute dazu bewegt, dar\u00fcber zu reden. Nur wenn diese Themen immer wieder in der \u00d6ffentlichkeit thematisiert und diskutiert werden, kann ein Bewusstsein daf\u00fcr geschaffen werden, dass die in den Medien gezeigten Geschlechter-Stereotypen nicht der Realit\u00e4t entsprechen und der Gleichberechtigung schaden.<\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p><strong>Im Aufruf zum feministischen Streik des Bieler Organisationskomitees werden viele Forderungen gestellt \u2013 welche sind am dringlichsten?<\/strong><\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p>Was als dringlich empfunden wird, ist oft sehr pers\u00f6nlich. F\u00fcr den diesj\u00e4hrigen 14. Juni ist es aus Sicht der Gewerkschaften die Gleichstellung am Arbeitsplatz. Es geht da nicht nur um Lohngleichheit. Der Arbeitsplatz ist ein Ort, an dem man viele Probleme der Gleichberechtigung antrifft. Von der angemessenen Vertretung von Frauen in Kaderpositionen und Verwaltungsr\u00e4ten bis zum Mangel an Teilzeitstellen. Leider auch Bel\u00e4stigung und sexualisierte Gewalt. Gleichstellung ist auch Gewaltpr\u00e4vention.<\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p><strong>Gerade diese Themen werden bereits seit Jahrzehnten thematisiert, ohne dass sich etwas ver\u00e4ndern w\u00fcrde\u2026<\/strong><\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p>Stimmt. Aber das war auch beim Frauenstimmrecht und anderen sozialen Errungenschaften so. Soziale Anliegen m\u00fcssen lange thematisiert und diskutiert werden, bis sich das gesellschaftliche Bewusstsein so weit ver\u00e4ndert hat, dass sie mit einer gewissen Selbstverst\u00e4ndlichkeit wahrgenommen und akzeptiert werden. Erst dann ist die Gesellschaft bereit f\u00fcr nachhaltige Ver\u00e4nderungen.<\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p><strong>In der Schweizer Politik hat es so viele Frauen wie noch nie. Trotzdem geht es mit der Gleichberechtigung nur schleichend voran \u2013 machen Ihre Kolleginnen einen schlechten Job?<\/strong><\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p>(Lacht) Nein, so w\u00fcrde ich das wirklich nicht sagen. Politische Prozesse sind langsam. Trotzdem konnte auf nationaler Ebene bereits eine Ver\u00e4nderung des Sexualstrafrechtes erreicht werden \u2013 gegen massiven b\u00fcrgerlichen Widerstand. Auf kantonaler Ebene konnte das Gesetz f\u00fcr die Opferhilfe beeinflusst werden. Solche Erfolge sind nur m\u00f6glich, weil der Frauenanteil in der Politik gewachsen ist und viele Politikerinnen bei Frauenfragen partei\u00fcbergreifend am selben Strick ziehen.<\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p><strong>Dann sehen Sie also auch positive Entwicklungen in Sachen Gleichberechtigung?<\/strong><\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p>Ja, aber nicht genug. Wir haben nach wie vor eine unbefriedigende Regelung f\u00fcr die Frauenrenten, viele Erwerbseinkommen reichen nicht zum Leben und wir haben immer noch keine Elternzeit.&nbsp;Ein R\u00fcckschritt ist auch, dass der Stadtrat nicht einen Bruchteil der Forderungen erf\u00fcllt hat, die beim Frauenstreik 2019 eingereicht wurden. Nicht einmal eine Fachstelle f\u00fcr Gleichstellungsfragen, wie sie in anderen St\u00e4dten \u00fcblich ist, hat die Stadt Biel geschaffen. Darum ist es umso wichtiger, dass wir dranbleiben und unsere Forderungen mit der Unterst\u00fctzung der Bielerinnen und Bieler an diesem Frauenstreiktag noch einmal stellen.<\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p><strong>Ist das Interesse der Bieler Bev\u00f6lkerung am Frauenstreiktag seit 2019 nicht etwas erlahmt?<\/strong><\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p>Das glaube ich nicht. Dass der Frauenstreiktag in den letzten Jahren in Biel nicht so pr\u00e4sent war, hat eher organisatorische Gr\u00fcnde. F\u00fcr eine so grosse Veranstaltung muss man die n\u00f6tigen Ressourcen haben \u2013 finanziell und personell. Der Arbeitsaufwand f\u00fcr eine so grosse Veranstaltung ist riesig. Und die Mitglieder des Organisationskomitees und ihre Helferinnen und Helfer arbeiten alle auf ehrenamtlicher Basis. Das zehrt an den Kr\u00e4ften. Zudem wurde viel Energie in kleinere Projekte gesteckt, die wichtig sind, jedoch weniger \u00f6ffentlichkeitswirksam waren.<\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p><strong>Das Bieler Komitee Frauenstreik, das der Veranstaltung bisher vorstand, hat sich ja deswegen im Januar aufgel\u00f6st. Wie ist es Ihnen trotzdem gelungen, den Frauenstreiktag vom 14. Juni zu organisieren?<\/strong><\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p>Viele&nbsp;Organisationen, die bereits 2019 beteiligt waren, sind auch in diesem Jahr wieder dabei. Darunter die Unia Biel Seeland,&nbsp;der Frauenplatz&nbsp;und der Personalverband der Stadt Biel, aber auch viele der kleineren Gruppierungen wie zum Beispiel das \u00f6kofeministische Kollektiv La Bise, Cabbac oder das Amicale. Eine so lose Gruppierung von Organisationen unterschiedlichster Richtungen zu koordinieren, war nicht ganz einfach. Aber die Solidarit\u00e4t und das enorme Engagement aller Beteiligten erleben zu d\u00fcrfen \u2013 das war einfach nur sch\u00f6n.<\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p><strong>Was erhoffen Sie sich vom diesj\u00e4hrigen Frauenstreiktag?<\/strong><\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p>Wir wissen, dass viele Menschen, Frauen wie M\u00e4nner, mit der aktuellen Situation nicht zufrieden und bereit sind, sich f\u00fcr eine Ver\u00e4nderung zu einzusetzen. Am 14. Juni haben sie die Gelegenheit dazu. Gemeinsam k\u00f6nnen wir Pr\u00e4senz zeigen, der Politik und der Justiz in Erinnerung rufen, was es zu verbessern gibt, und die \u00d6ffentlichkeit f\u00fcr unsere Anliegen sensibilisieren. Wer sich durch unsere Botschaften angesprochen f\u00fchlt, soll zum feministischen Streik ab dem Mittag auf dem Zentralplatz kommen und sich uns anschliessen.<\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:image {\"id\":350,\"width\":376,\"height\":565,\"sizeSlug\":\"large\",\"linkDestination\":\"none\",\"className\":\"is-style-default\"} -->\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized is-style-default\"><img src=\"https:\/\/annatanner.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/Anna-Tanner-zum-feministischen-Streik-Gleichstellung-ist-auch-Gewaltpravention_2-682x1024.jpg\" alt=\"Anna Tanner vor grauer Betonwand mit entschlossenem Blick\" class=\"wp-image-350\" width=\"376\" height=\"565\"\/><\/figure>\n<!-- \/wp:image -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p><em>\u00abEin R\u00fcckschritt ist auch, dass der Stadtrat nicht einen Bruchteil der Forderungen erf\u00fcllt hat, die beim Frauenstreik 2019 eingereicht wurden.\u00bb<\/em><\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p><em>Quelle: psj\/a<\/em><\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->","_et_gb_content_width":"","footnotes":""},"categories":[10,8],"tags":[],"class_list":["post-348","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-deutsch","category-medienberichte"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/annatanner.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/348","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/annatanner.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/annatanner.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/annatanner.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/annatanner.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=348"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/annatanner.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/348\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":871,"href":"https:\/\/annatanner.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/348\/revisions\/871"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/annatanner.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/media\/351"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/annatanner.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=348"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/annatanner.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=348"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/annatanner.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=348"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}