{"id":473,"date":"2023-06-14T02:50:10","date_gmt":"2023-06-14T02:50:10","guid":{"rendered":"https:\/\/annatanner.ch\/?p=473"},"modified":"2025-04-14T07:57:08","modified_gmt":"2025-04-14T07:57:08","slug":"35-tage","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/annatanner.ch\/fr\/35-tage\/","title":{"rendered":"35 Tage, um zur\u00fcck ins Leben zu finden"},"content":{"rendered":"<h1 class=\"wp-block-heading\">35 Tage, um zur\u00fcck ins Leben zu finden<\/h1>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am Frauenstreik fordern Teilnehmerinnen immer wieder Massnahmen gegen Gewalt an Frauen. Ein Rundgang zeigt: Die Frauenh\u00e4user in Bern sind chronisch \u00fcberbelegt.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"682\" src=\"https:\/\/annatanner.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/Anna-Tanner-35-Tage-um-zuruck-ins-Leben-zu-finden-1024x682.webp\" alt=\"Anna Tanner steht links neben einem gepolsterten Stuhl vor einer holzernen t\u00fcrkis-gr\u00fcnen Wand. Sie tr\u00e4g ein rotes Shirt, dunkle lange Hose und schaut ernst-nachdenklich, etwas seitlich in die Kamera\" class=\"wp-image-467\" srcset=\"https:\/\/annatanner.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/Anna-Tanner-35-Tage-um-zuruck-ins-Leben-zu-finden-980x653.webp 980w, https:\/\/annatanner.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/Anna-Tanner-35-Tage-um-zuruck-ins-Leben-zu-finden-480x320.webp 480w\" sizes=\"(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) and (max-width: 980px) 980px, (min-width: 981px) 1024px, 100vw\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Die Frauen seien \u00abim Krisenmodus\u00bb, wenn sie im Frauenhaus ank\u00e4men, sagt Mitarbeiterin Anna Tanner.\nFotos: Nicole Philipp<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In der Waschk\u00fcche h\u00e4ngen nasse Kinderkleider \u2013 Stoffhosen, kleine T-Shirts, ein lang\u00e4rmliges Leibchen mit winzigen aufgedruckten Bl\u00fcmchen. \u00abF\u00fcr die Fotos muss alles mit Muster weg\u00bb, sagt Ines B\u00fcrge, Leiterin des Frauenhauses Bern, und zupft die Kleider gleich von der W\u00e4scheleine. \u00abDer Vater k\u00f6nnte sie erkennen.\u00bb<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Sicherheit der Bewohnerinnen steht im Frauenhaus an oberster Stelle. Die T\u00fcr ist stets abgeschlossen, ein Fake-Name steht an der Klingel, \u00dcberwachungskameras filmen ununterbrochen den Aussenbereich. Im B\u00fcro im Kellergeschoss m\u00fcssen die Besucherinnen eine Verschwiegenheitserkl\u00e4rung unterschreiben, dass sie den genauen Ort in Bern geheim halten, damit die T\u00e4ter, fast immer der Mann oder der Ex-Mann, die Frauen nicht finden k\u00f6nnen.&nbsp;Seit \u00fcber 30 Jahren ist das Frauenhaus hier, die Nachbarn ahnten wohl etwas, sagt Ines B\u00fcrge, aber sie seien diskret.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"682\" src=\"https:\/\/annatanner.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/Waschkuche-35-Tage-um-zuruck-ins-Leben-zu-finden-2-1024x682.webp\" alt=\"\" class=\"wp-image-470\" srcset=\"https:\/\/annatanner.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/Waschkuche-35-Tage-um-zuruck-ins-Leben-zu-finden-2-980x653.webp 980w, https:\/\/annatanner.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/Waschkuche-35-Tage-um-zuruck-ins-Leben-zu-finden-2-480x320.webp 480w\" sizes=\"(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) and (max-width: 980px) 980px, (min-width: 981px) 1024px, 100vw\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">In der Waschk\u00fcche trocknen Kinderkleider.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn die Frauen ankommen, sagt Fachberaterin Anna Tanner, seien sie meist im Krisenmodus. Viele haben \u00fcber Jahre Gewalt erlebt \u2013 nicht nur physisch, sondern auch psychisch oder finanziell. Etwa wenn der Mann, der das Geld in der Familie verdient, der Frau kaum genug f\u00fcr den Haushalt gibt. \u00abEs wohnen Frauen hier, die deswegen keine \u00e4rztliche Hilfe aufgesucht haben, kein Handyabo besitzen und sich den \u00d6V nicht leisten konnten, um Freundinnen zu treffen\u00bb, sagt Anna Tanner. \u00abDer Mann hat sie \u00fcber das Geld isoliert und kontrolliert.\u00bb<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Das Frauenhaus Bern ist vor \u00fcber 40 Jahren aus der feministischen Bewegung entstanden. \u00abH\u00e4usliche Gewalt ist Ausdruck davon, wie M\u00e4nner ihre Frauen sehen: Untergeordnet, als Eigentum, womit sie machen k\u00f6nnen, was sie wollen\u00bb, schrieb eine der Mitarbeiterinnen damals in das Jahresbulletin. Seither sind weitere Frauenh\u00e4user in Biel und Thun entstanden, sowie das M\u00e4nnerhaus Zw\u00fcschehalt, ebenfalls an einem geheimen Ort in Bern, mit Platz f\u00fcr acht M\u00e4nner. Die Frauenh\u00e4user Bern und Thun-Berner Oberland werden von der Stiftung gegen Gewalt an Frauen und Kindern gef\u00fchrt. (jek)<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sieben Frauen und acht Kinder leben zurzeit im Haus; bis zu 35 Tage k\u00f6nnen sie bleiben, auch l\u00e4nger, wenn das Team einen Antrag an den Kanton f\u00fcr weitere Finanzierung stellt, weil die Frau noch gef\u00e4hrdet ist. In dieser Zeit haben die Frauen Schutzraum und k\u00f6nnen sich erholen, m\u00fcssen aber auch ihr Leben neu regeln: Oft m\u00fcssen sie eine neue Wohnung finden, die Kinder umschulen, sich rechtlich orientieren, die Finanzen regeln oder sich bei der Sozialhilfe anmelden.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Vier Franken Essensgeld<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Gang im ersten Stock liegt ein kleines Baby in der Tragetasche, ein paar Monate alt, die Augen geschlossen, die pummeligen H\u00e4nde zu F\u00e4ustchen geballt. Aus der K\u00fcche riecht es nach K\u00e4se und buttrigem Teig \u2013 eine Bewohnerin b\u00e4ckt B\u00f6rek. Vier Franken erhalten die Frauen pro Tag als Essensgeld, drei Franken zus\u00e4tzlich pro Kind, damit kochen sie sich das Nachtessen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"682\" src=\"https:\/\/annatanner.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/Spielecke-35-Tage-um-zuruck-ins-Leben-zu-finden-3-1024x682.webp\" alt=\"\" class=\"wp-image-469\" srcset=\"https:\/\/annatanner.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/Spielecke-35-Tage-um-zuruck-ins-Leben-zu-finden-3-980x653.webp 980w, https:\/\/annatanner.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/Spielecke-35-Tage-um-zuruck-ins-Leben-zu-finden-3-480x320.webp 480w\" sizes=\"(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) and (max-width: 980px) 980px, (min-width: 981px) 1024px, 100vw\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Im Zimmer f\u00fcr die Kinder hat es Stofftiere, Spielzeug, Lego, ein Zelt. Die Kinder brauchen im Frauenhaus h\u00e4ufig Zeit, um wieder Vertrauen in andere Menschen zu gewinnen. <\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Kinder, die hier leben, verbringen besonders viel Zeit im Spielzimmer, gleich um die Ecke der K\u00fcche. Rund zwei Drittel der Frauen kommen mit Kindern hierhin, die meisten sind j\u00fcnger als sechs Jahre alt, sagt Anna Tanner. \u00abEs ist immer wieder eindr\u00fccklich, zu sehen, wie sich die Kleinen ver\u00e4ndern.\u00bb Zu Beginn der Zeit im Frauenhaus weinten viele, spr\u00e4chen teilweise kein Wort, spielten Gewaltsituationen mit Puppen oder Stofftieren nach oder wollten die Mutter nicht allein lassen, weil sie sich so um deren Sicherheit f\u00fcrchteten. \u00abUnd dann, nach mehreren Wochen Stabilit\u00e4t, fassen sie pl\u00f6tzlich wieder Vertrauen.\u00bb<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im obersten Stock befindet sich das Notzimmer. Im Moment steht es leer, riecht nach Waschpulver, frische T\u00fccher und eine Bettflasche liegen bereit. \u00abIm Notfall kann eine Frau mit bis zu vier Kindern hier eine Nacht verbringen\u00bb, sagt Ines B\u00fcrge. Das Notzimmer ist&nbsp;Teil&nbsp;des Konzeptes, damit Frauen im Kanton Bern jederzeit fl\u00fcchten k\u00f6nnen, auch mitten in der Nacht. Ungef\u00e4hr alle zwei Wochen \u00fcbernachtet jemand hier \u2013 die Frau oder die Familie d\u00fcrfen aber nur 24 Stunden bleiben, damit das Zimmer f\u00fcr den n\u00e4chsten Notfall wieder bereitsteht. \u00abDann geht meistens die grosse Suche nach einem Platz los\u00bb, sagt Anna Tanner.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"682\" src=\"https:\/\/annatanner.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/Zimmeer_35-Tage-um-zuruck-ins-Leben-zu-finden--1024x682.webp\" alt=\"\" class=\"wp-image-472\" srcset=\"https:\/\/annatanner.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/Zimmeer_35-Tage-um-zuruck-ins-Leben-zu-finden--980x653.webp 980w, https:\/\/annatanner.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/Zimmeer_35-Tage-um-zuruck-ins-Leben-zu-finden--480x320.webp 480w\" sizes=\"(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) and (max-width: 980px) 980px, (min-width: 981px) 1024px, 100vw\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Das Notzimmer sollte nie l\u00e4nger als eine  Nacht belegt werden.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dass die Frauenh\u00e4user schweizweit chronisch \u00fcberbelegt sind, ist eines der grossen Probleme, mit denen das Team t\u00e4glich k\u00e4mpft. Auch, weil die h\u00e4usliche Gewalt steigt. 2022 r\u00fcckte die Polizei im Kanton Bern viermal pro Tag deswegen aus, f\u00fcnf Frauen wurden im h\u00e4uslichen Kontext get\u00f6tet, bei vier weiteren blieb es beim T\u00f6tungsversuch. Rund ein Viertel der begangenen Straftaten schweizweit ereignet sich im h\u00e4uslichen Rahmen, so die polizeiliche Kriminalstatistik.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Hotel statt Frauenhaus<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Weil die Pl\u00e4tze fehlen, mussten Frauen immer wieder anderswo untergebracht werden: etwa in anderen Kantonen oder im Hotel. \u00abWobei das Hotel nat\u00fcrlich suboptimal ist\u00bb, sagt Anna Tanner. Die Frauen haben dort keine Beratung vor Ort, keinen sicheren Schutz, f\u00fchlen sich in sterilen Zimmern nicht immer wohl. \u00abEs gab auch schon Frauen, die vom Hotel zur\u00fcck nach Hause gegangen sind, bei denen ich sicher war, dass sie im Frauenhaus bei uns geblieben w\u00e4ren.\u00bb<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bisher haben die Mitarbeiterinnen noch f\u00fcr jede Frau \u00abirgendwie\u00bb Platz gefunden, auch wenn diese&nbsp;teilweise ein, zwei Tage l\u00e4nger zu Hause beim Mann h\u00e4tten bleiben m\u00fcssen. \u00abOb das auch in einem Jahr so sein wird, ist ungewiss\u00bb, so Tanner. \u00abDie Situation spitzt sich zu.\u00bb&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"682\" src=\"https:\/\/annatanner.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/Kuche-35-Tage-um-zuruck-ins-Leben-zu-finden-2-1024x682.webp\" alt=\"\" class=\"wp-image-468\" srcset=\"https:\/\/annatanner.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/Kuche-35-Tage-um-zuruck-ins-Leben-zu-finden-2-980x653.webp 980w, https:\/\/annatanner.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/Kuche-35-Tage-um-zuruck-ins-Leben-zu-finden-2-480x320.webp 480w\" sizes=\"(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) and (max-width: 980px) 980px, (min-width: 981px) 1024px, 100vw\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Abends kochen die Frauen hier f\u00fcr sich und ihre Kinder. <\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mehr Schutz f\u00fcr Frauen, die Gewalt erleben, ist eines der zentralen Forderungen der Demonstrantinnen am Frauenstreik vom 14. Juni. Auch Anna Tanner ist mit einem Stand der Stiftung gegen Gewalt an Frauen und Kindern pr\u00e4sent. Denn das Frauenhaus k\u00e4mpft nicht nur mit der \u00dcberbelegung, wie sie im Wohnzimmer am grossen Holztisch erz\u00e4hlt. Auch die Finanzierung sei nicht gesichert, die Anschlussl\u00f6sungen f\u00fcr die Frauen gestalteten sich schwierig, gen\u00fcgend Gelder f\u00fcr kinderbezogene Leistungen fehlten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Seit #MeToo, seit dem Frauenstreik und Frauenwahljahr 2019, seit dem Fokus auf h\u00e4uslicher Gewalt w\u00e4hrend der Pandemie merkt das Team des Frauenhauses zwar, dass die Bev\u00f6lkerung und die Politik beim Thema sensibilisierter seien. \u00abEs ist einfacher, geh\u00f6rt zu werden\u00bb, sagt Tanner. \u00abAber es ist nicht unbedingt einfacher geworden, etwas zu bekommen.\u00bb<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Bestrebungen von Kanton und Bund<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Erst in diesem Fr\u00fchling hat der Grosse Rat im Kanton Bern die neue kantonale Opferhilfestrategie zum Nachbessern an den Regierungsrat zur\u00fcckgeschickt. Sorge bereitete den in der Opferhilfe t\u00e4tigen Institutionen vor allem die angestrebte Kostenneutralit\u00e4t. Trotz steigender Nachfrage nach Opferhilfeleistungen wollte der Kanton nicht mehr Mittel zur Verf\u00fcgung stellen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch national gibt es mittlerweile einen Strauss an Bestrebungen, um h\u00e4usliche Gewalt zu bek\u00e4mpfen: strategische Dialoge, Rechtsssetzungsprojekte, einen Aktionsplan, eine Gleichstellungsstrategie, eine Roadmap h\u00e4usliche Gewalt. Weil sie die sogenannte Istanbul-Konvention ratifiziert hat, ist die Schweiz v\u00f6lkerrechtlich verpflichtet, umfassende Massnahmen gegen Gewalt an Frauen und h\u00e4usliche Gewalt zu treffen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und dennoch kritisieren verschiedenste Seiten \u2013 nicht nur die Frauenh\u00e4user und Opferberatungsstellen \u2013, dass die Bem\u00fchungen bisher nicht gen\u00fcgen. Das europ\u00e4ische Expertengremium \u00abGrevio\u00bb etwa hat die Umsetzung der Istanbul-Konvention \u00fcberpr\u00fcft und im November 2022 die Schweiz ermahnt: Es brauche deutlich mehr nachhaltig finanzierte Pl\u00e4tze in Frauenh\u00e4usern, zudem m\u00fcssten sie zug\u00e4nglich sein f\u00fcr Frauen mit Behinderungen oder Frauen, die Suchtmittel einnehmen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" width=\"682\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/annatanner.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/Zeichnung-35-Tage-um-zuruck-ins-Leben-zu-finden-2-682x1024.webp\" alt=\"\" class=\"wp-image-471\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Eine Zeichnung eines Kindes im Frauenhaus. Der Titel des Bildes: \u00abEine freche gescheite Frau.\u00bb<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es ist kurz vor Mittag, das Baby schl\u00e4ft noch ruhig. Die Mutter kommt aus der K\u00fcche und tr\u00e4gt es nach oben ins Zimmer. Gleich gibt es Mittagessen \u2013 die Kinder sitzen an einem separaten Tisch im Wohnzimmer, die Erwachsenen in der K\u00fcche. Auch dieses unverkrampfte Miteinander bei B\u00f6rek und Salat sei wichtig, sagt Anna Tanner. \u00abViele der Frauen haben immer noch falsche Vorstellungen von h\u00e4uslicher Gewalt, wenn sie hierherkommen.\u00bb Etwa wissen sie nicht, dass die Gewalt illegal ist. \u00abOder sie realisieren erst hier, im Gespr\u00e4ch mit den anderen, was sie eigentlich alles durchgemacht haben.\u00bb<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">14.06.2023 \u2013 <em>Der Bund: Frauenhaus in Bern: 35 Tage, um zur\u00fcck ins Leben zu finden<br><\/em><strong><em><strong>Jessica King<\/strong> ist Redaktorin im Ressort Kultur&amp;Gesellschaft und schreibt prim\u00e4r \u00fcber gesellschaftliche Themen<\/em><\/strong><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>35 Tage, um zur\u00fcck ins Leben zu finden Am Frauenstreik fordern Teilnehmerinnen immer wieder Massnahmen gegen Gewalt an Frauen. Ein Rundgang zeigt: Die Frauenh\u00e4user in Bern sind chronisch \u00fcberbelegt. 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